Messgrößen ändern sich über die Zeit und oftmals ist ja gerade auch der konkrete Zeitverlauf von Interesse. Zur korrekten Ermittlung eines Messwertes zu einem bestimmten Zeitpunkt erfordern die üblichen Messverfahren i.d.R., dass die Messgröße während der Dauer der Messung annähernd konstant bleibt. Oftmals in der Praxis – insbesondere bei der Messung nichtelektrischer Größen – ist die Messdauer der typischerweise verwendeten Messanordnungen im Vergleich zur Änderungsgeschwindigkeit der Messgröße so kurz, dass diese Annahme absolut erfüllt ist. Speziell bei der Messung höherfrequenter elektrischer Größen ist dies mitunter nicht der Fall. Hier müssen wir die Messgröße für die Messdauer jeweils „einfrieren“, wozu es entsprechende sog. Abtastschaltungen mit einem Sample-and-Hold-Glied gibt. Näheres dazu wollen wir uns aber erst im nächsten Kapitel ansehen.

In diesem Kapitel geht es um einen anderen Aspekt des Messens sich verändernder Messgrößen. Und zwar um das Messen charakteristischer Kenngrößen von Signalen, die sich periodisch ändern, wir sprechen von „Wechselgrößen“. Die bekannteste Wechselgröße ist sicherlich die elektrische Wechselspannung von in Deutschland beispielsweise 230 V, wie sie aus der Steckdose „kommt“ und beim angeschlossenen Verbraucher zu einem Wechselstromfluss führt. Als weiteres Beispiel entsprechender Wechselsignale seien der periodische Druck- bzw. Temperaturverlauf im Zylinder eines laufenden Verbrennungsmotors genannt. Die bekannten englischen Abkürzungen speziell für Gleich- bzw. Wechselströme sind DC (Direct Current) und AC (Alternate Current).

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