Ein Oszilloskop sieht von vorne betrachtet meist in etwa so aus, wie dies in Bild 48 vereinfacht skizziert ist. Über sog. BNC-Buchsen – einem koaxialen Bajonett-Anschluss bereits aus den späten 1940er-Jahren, im Kürzel ergänzt um die zwei Anfangsbuchstaben der Entwickler Paul Neill und Carl Concelman – können ein bis max. acht Spannungssignale für eine Anzeige im Display angelegt werden (Bild 49).

Bild 48: Oszilloskop
Bild 49: X- und Y-Empfindlichkeit

Die X-Achse stellt im Normalbetrieb die verstrichene Zeit dar. Die vergangene Zeit zwischen zwei hierzu im Display eingeblendeten senkrechten Hilfslinien (sog. Division, div) kann in einem weiten Bereich eingestellt werden. Man spricht hierbei von der horizontalen Empfindlichkeit bzw. dem horizontalen Ablenkkoeffizienten. Ebensolches gilt für die Y-Achse, die bzgl. der Spannungsdarstellung skaliert werden kann. Hiermit zusammen hängen auch die Einstellungen des Anfangs der Signaldarstellung in horizontaler Position (t = 0) und der Nulllinie (Ground GND). Wir werden gleich sehen, dass wir für den Signalbeginn bei t = 0 eine sog. Triggerbedingung signalseitig definieren. Die im Display links gezeigten Signalverläufe vor diesem Zeitpunkt stellen somit die Vergangenheit dar. Letzteres ist möglich, da das Oszilloskop kontinuierlich die Signale einliest und dabei immer eine gewisse Signalhistorie speichert.

In Bild 49 ist im Display nur ein Spannungssignal dargestellt. Nur ein Eingangskanal (Channel, CH) wurde aktiviert. Ist die Messung mehrerer eingestellt, so werden sie z.B. in verschiedenen Farben typ. mit derselben Skaleneinteilung dargestellt. Für jedes Signal kann dabei die Art der Kopplung parametriert werden. Üblicherweise sind hierbei folgende Optionen möglich:

DC:             Direct Current, Signal wird unverändert dargestellt.

AC:             Alternate Current, vor der Darstellung wird der Signalgleichanteil (Mittelwert) heraus gefiltert.

GND:          Es werden für Testzwecke genau 0 V angelegt.

Invertiert:    Das Signal wird negiert.

HF-Filter:    Zur Unterdrückung höherfrequenter Störsignale kann ein Tiefpassfilter mit oftmals 20 MHz eingekoppelt werden.

Tastkopf:    Es wird ein externer Tastkopf verwendet, dessen Teilerfaktor bei der Darstellung im Display berücksichtig wird (siehe unten).

Während die ersten drei Optionen alternativ einstellbar sind, können die drei weiteren beliebig dazu kombiniert werden.

Es sei noch erwähnt, dass auch sog. Oszilloskop-Vorsätze angeboten werden. Dies sind Messmodule ohne eigenes Display, die z.B. über eine USB-Schnittstelle an den PC angeschlossen werden. Zusammen mit einer entsprechenden Software des Herstellers dient dann der PC als Bedienoberfläche.

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